Freitag, 14. Mai 2010

Erfolgreicher Saisonauftakt in Bremgarten und Graz

Pünktlich wenn im Frühling die Schneeschmelze einsetzt und aprilartige Regenschauer übers Land ziehen findet sich auch die Kajak Freestyle Szene zu den ersten Events ein, um von den steigenden Wasserständen zu profitieren. Den Auftakt machten heuer das Schweizerische Bremgarten an der Reuss und das Österreichische Graz auf der Radetzky Welle.

Social Media Networking ist unter Paddlern schon lange nichts neues mehr und so wurde das Frühlingsrodeo 2010 in Bremgarten erstmals einzig über Facebook promoted. Dadurch verbreitete sich die Veranstaltung wie ein Lauffeuer in der Szene und jeder konnte auf der Event page unmittelbar einsehen, wer denn vorhatte zu kommen und wie es um den Wasserstand bestellt war.


Dieser stieg auf Grund des tagelangen Sauwetters dann sogar mehr als erwünscht und die steile Obere Welle veränderte sich langsam zu einer flachen Weißwasserwalze. Trotzdem fand sich am Wochenende des 1. Mai eine große Gruppe motivierter Teilnehmer ein, um dem kalten Regenwetter zum Trotz viel Spaß im Kajak zu haben.


In den Vorläufen legten die Paddler sogleich auch ordentlich los und zauberten Figuren in die Reuss, was die Walze hergab. Mittags kochte die Mutter von Organisator Severin gehörig auf und die hungrige Meute machte sich gierig über das feine Essen her. Das machte die Teilnehmer der Damenklasse wohl derart träge, dass sie sich Nachmittags sogar dem Finale verweigerten und sich mit dem Ergebnis der Vorrunde zufrieden gaben.


Bei den Herren dagegen gings im Final nochmal hoch her. McNasties wurden ausgepackt und Punktstände vom Vormittag deutlich überboten. Am Ende konnte Walzenexperte Martin Koll seinen Vorsprung halten, während ich mir vor Lokalmatador Severin Häberin den zweiten Platz holte.


Abends begab sich der ganze Tross dann zum Grillen an die untere Bremgartener Welle, wo wir auf Grund des strömenden Dauerregens unter einer Flussbrücke Unterschlupf fanden und ein ansehnliches Lagerfeuer entzündeten.


Zwei Wochen darauf gings dann weiter in die Steiermark ins malerische Graz. Diese Veranstaltung stellte auch gleichzeitig den Auftakt des Alpine River Freestyle (ARF) Cups dar, der im Lauf der Saison an vier verschiedenen Events (Graz-AUT, Wildalpen-AUT, Tacen-SLO, Bratislava-SVK) stattfinden wird. Graz konnte Bremgarten in Sachen Wetter und Pegel glücklicherweise toppen, und so stand dank Sonnenschein und weltklasse Spot einem gelungenen Wettkampf nichts mehr im Wege.


Freestyler aus Deutschland, Großbritannien, Russland, Slowenien, der Slowakei und Tschechien waren nach Österreich gereist, um ihre Paddelkünste auf der Mur zu messen. Dank der guten Pegelverhältnisse konnten die Athleten das Potential der Radetzky Welle voll ausnutzen und spektakuläre Figuren in die Luft zaubern.




Besonders eine handvoll Paddler in leichtbau Karbonbooten war hier im Vorteil, was sich nicht zuletzt auch in den Ergebnislisten wiederspiegelte. Ich selbst war im nur 8kg schweren Karbon Project CX 54 am Start und konnte meine Leistung von Runde zu Runde steigern. Anfangs noch auf Platz drei packte ich im allerletzten Finallauf meine ganze Trickkiste mit Panam, FlipTurns und McNasty in die kurzen 45 Sekunden und schob mich an James Bebbington aus England vorbei auf den zweiten Rang.


Lediglich Weltcupsieger Peter Csonka aus der Slovakei konnte aus seinem neuen Vajda Eigendesign noch mehr Punkte kitzeln und sich den Sieg und ein sattes Preisgeld sichern.
In der Pause war wieder der coolste Surf mit dem Pappboot angesagt. Jung und Alt nutzten die Gelegenheit, sich ein TEVA Pappboot aus Kartonagen und Paketband zu bauen und hatten jede Menge Spaß an der Konstruktion kreativer Bootsformen. So manches Gefährt war sogar derart stabil, dass es den Surf auf der Radetzky Welle gleich mehrfach überstand. Am besten aber ihr überzeugt euch selbst von der Gaudi. Hier ein Video Clip von Arnd Schäftlein:



Die Siegerehrung des ganz Events fand zusammen mit Büffet und Tombola im Landessportzentrum statt und bei der anschließenden Party im PPC wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert. Ein riesen Dankschön noch an dieser Stelle an die Organisatoren vom Grazer Kajakclub für die perfekte Organisation und die vielen Preise und an TEVA für das grandiose Pappboot Rennen!

Ergebnisse: Hier klicken
Bericht: Seppi Strohmeier
Fotos: Johannes Schmidt, Philipp Hitzigrath, Arnd Schäftlein, http://timaios.org/

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